Arbeitsassistenz bei Rolliman oder die abgeschlossene Arbeitseinheit der Sektion „Hardrock Café Teneriffa“

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Nach rund dreihundert verschlissenen Zivildienstleistenden und jetzt sechs Arbeitsassistenten darf ich schon von mir behaupten, dass ich mehr Arbeitsplätze geschaffen habe, wie so mancher Profisportler…. Und das auch noch als Krüppel….

Leider wird das Thema Arbeitsassistenz von Schwerbehinderten in unseren Medien fast komplett totgeschwiegen, obwohl es heutzutage eine gute Möglichkeit ist, um Schüler, Studenten oder Menschen ohne Berufserfahrungen einen Nebenberuf zu besorgen mit einem kräftigen sozialen Anstrich.

Die Arbeitsassistenz soll den Behinderten nicht bei der Arbeit ersetzen, sondern lediglich ergänzen. Die Aufgabe der Arbeitsassistenz richtet sich nach der jeweiligen Behinderung des Behinderten und soll zudem die anderen regulären Arbeitskollegen des behinderten Arbeitnehmers entlasten. Für die ganze Maßnahme gibt es Gelder vom Staat, die der Behinderte an Arbeitsassistenz, Steuerbüro, Berufsgenossenschaft etc. weitergibt. Also ist der Behinderte in diesem Fall wieder mehr ein Unternehmer, der das Geld vom Staat im Staat verteilt, wodurch der Geldfluss erhalten bleibt.

Der Anlass dieses Blogs ist jetzt, dass ich wieder mal festgestellt habe, dass das Leben oft merkwürdige Wendungen bereithält, denn vor knapp zehn Monaten hat eine Assistentin bei mir angefangen, die ich vor Jahren auch schon als Schulpraktikantin neben mir sitzen hatte.

Es ist schon komisch, wie Menschen sich über Jahre verändern, aber wir hatten irgendwie trotzdem sofort wieder einen Draht zueinander….

Wir haben innerhalb meiner Arbeitsstelle für so manche Konfusion gesorgt, da wir beide mit einer recht großen Klappe und recht freizügigen Gedanken unterwegs sind. Die über 20 Jahre Altersunterschied hat man bei uns zwei Verrückten irgendwie nicht gemerkt und so mancher von den anderen Kollegen ist bei unseren Kommentaren sprachlos, kopfschüttelnd oder mit hochrotem Kopf wieder aus meinem Büro raus. Das war für mich eher unverständlich, weil eigentlich allen klar war: „Wir wollen nur spielen!“

Wir haben trotz der Arbeit in den letzten 10 Monaten so viel Blödsinn gemacht, dass uns so mancher schon in eine geschlossene Abteilung einweisen wollte. Er hat es aber aus Rücksicht auf die Mitarbeiter in der geschlossenen Abteilung nicht gemacht… 😉

Mit so einem immer währenden Ping Pong-Spiel mit Anspielungen nicht jugendfreiem Gedankengut oder dem Stammkosenamen für Bauarbeiter („Du Arschloch“) ging die Arbeitszeit irgendwie schneller rum, als wenn man nur stupide auf seinen Bildschirm starrt.

Zu guter Letzt liefen bzw. in meinem Fall fuhren wir auch noch im Partnerlook durch die Gegend, was schon einiges an Verrücktheit ausdrückt. Obwohl ich ja immer mehr daran interessiert war, was so unter dem Partnerlook steckt 😉

Jedoch bin ich mir dessen immer bewusst, dass ich von großen Glück reden darf, dass ich immer wieder solche Menschen treffe, die mir ohne Vorurteile begegnen und sich so um mich kümmern, dass ich mein Leben in dieser Weise leben kann und darf….

EIN GROßES DANKESCHÖN DAFÜR!

 

P.S.: Die Geschichte dieses Blogs betrifft zwar im speziellen Fall Hannah, aber sie trifft auch auf jeden anderen Assistenten zu, der bisher meinen Weg gekreuzt hat und mein Leben durch seinen Einsatz und durch sein Dasein positiv mit beeinflusst hat.

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