Rolliman meets …. „The Common Linnets“

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Ich hätte auch nicht gedacht, dass ich jemals freiwillig, und dabei liegt die Betonung auf freiwillig, Holländer besuchen werde. Aber im Fall der holländischen Country-Band „The Common Linnets“ gestaltete sich dieser Fall etwas anders.

Die Band ist in Deutschland hauptsächlich durch ihren zweiten Platz beim Eurovision Songcontest 2014 und durch ihre Cover-Version des Dolly Parton-Klassikers „Joline“ mit BossHoss bekannt geworden. Als Liebhaber der Countrymusik kann ich mir dann so eine Band, gerade wenn sie in meiner Nähe spielt, nicht entgehen lassen.

 Ich war schon sehr verwundert, dass der Beginn des Konzertes an einem Donnerstagabend erst um 21:00 Uhr war, aber schon nach den ersten drei Liedern meinte mein Begleiter zu mir: „Pass auf, die hauen jetzt jeden einzelnen Song ohne Pause wie eine CD raus.“ Und genau so war es dann hinterher auch.

Die siebenköpfige Band schien mir mehr im Studio zuhause zu sein, denn auf Live-Bühnen, gerade die Liedsängerin Ilse DeLange schien gerade am Anfang extrem nervös zu sein und sie wurde erst im Laufe des Konzertes etwas lockerer.

Die Bandmitglieder bestechen durch ein großes Maß an Flexibilität, was das Spielen der Musikinstrumente angeht. Es wurden zig mal Gitarren, Steel Guitar, Keyboard und Bass untereinander getauscht, sodass fast jeder irgendwann mal ein Instrument in der Hand hatte.

Auch sonst haben die Jungs um Frontfrau Ilse DeLange einiges auf dem Kasten, sodass der Abend musikalisch fast nichts zu wünschen übrig ließ. Der einzige kleine Wermutstropfen war die, wie ich finde, doch etwas schlecht abgemischte Tonanlage. Wobei ich nicht weiß, wer dafür letzten Endes die Schuld trägt.

Immer wenn die Musik etwas lauter und etwas schneller gespielt wurde, hatte man doch einige Probleme, den Gesangstext zu verstehen. Bei ruhigeren Liedern passte das Verhältnis Stimme zur Technik perfekt. Jetzt kann ich nicht sagen, ob die Band ihre eigenen Technikmodule dabei hatte oder ob sie die Technik der Halle benutzt hat. Vielleicht war es auch ein Mischmasch aus beidem, was dann hinterher ganz einfach nicht mehr zu kompensieren war.

Aber alles in allem war es ein sehr schöner, harmonischer und musikalischer Abend, den ich von meiner Seite aus jederzeit wiederholen würde. Man kann hier und da immer etwas zu kritisieren finden, denn ganz optimal läuft es eh nie. Aber das ist halt auch der Charme eines Live-Konzertes.

 Ein ganz besonderes Lob möchte ich hier mal an die Belegschaft und die Security des Bürgerhauses Stollwerck in Köln richten. Das Bürgerhaus ist nicht nur architektonisch, rollstuhlgerecht, sondern auch die Bediensteten machen es durch ihre nette und zuvorkommende Art auch rollstuhlfreundlich, was in meinen Augen fast noch wichtiger ist, wie rollstuhlgerecht sein.

Schon beim Einlass bekommen Rollstuhlfahrer einen Schlüssel für den Aufzug, was dann wiederum den großen Vorteil hat, dass man nie lange auf den Aufzug warten muss bzw. dieser völlig überfüllt ist, da wirklich nur Rollstuhlfahrer oder Gehbehinderte diese Schlüssel bekommen.

Da wir zu früh da waren, mussten wir vor dem Einlass in die eigentliche Konzerthalle noch etwas warten und so suchte mein Begleiter das Gespräch mit der Security, wo wir uns denn hinstellen können damit man auch etwas sieht.

Das ging ja bei meinem letzten Konzert bei den „Baseballs“ in der Live Music Hall (siehe Blog) etwas in die Hose.

Aber im Bürgerhaus Stollwerck war dieses überhaupt kein Problem, da uns die Security auf einen Platz auf eine Art Balkon oder Empore brachte, von dem ich wirklich freien Blick zur Bühne genoss, aber auch hinter mir keiner ein Problem hatte irgendetwas zu sehen. Ich schätze mal, dass dieses Bürgerhaus eine Art alter Lagerschuppen für die Rheinschifffahrt war, aber als Bürgerzentrum oder Bürgerhaus einen hervorragenden Dienst tut. Schon alleine dafür, um diese für mich neue rollstuhlfähige Location kennen zu lernen, hat sich dieser Abend vollauf gelohnt.

Deswegen beide, sowohl die Common Linnets als auch das Bürgerhaus Stollwerck gerne wieder…

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